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Im Kulturkeller Weinhaus Mehling, Hauptstrasse 30, 97816 Lohr am Main Eintritt: 5 € |
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Mittwoch 2. September |
Nouvelle VagueWir gestehen: Richard Linklater gehört neben Noah Baumbach (Francis Ha) zu unseren Lieblings-Filmemachern des amerikanischen Independent Kinos. Dieses Jahr hat er sich seinen Traum erfüllt und mit Nouvelle Vague die Entstehung des ikonischen Klassikers "Außer Atem" im Film nachgestellt; On Location in Paris auf französisch (Keine Angst, wir spielen die deutsche Synchronfassung). Die Nouvelle Vague wurde in den 60er Jahren von jungen Kritikern der Cahiers du Cinéma (u.a. Truffaut, Godard und Chabrol) als Gegenstück zum etablierten französischen Kino mit minimalen Mitteln entwickelt. "In ihren Texten verbreiteten die jungen Kritiker der Cahiers ihre Ideen mit außergewöhnlicher Vehemenz. Erklärter Feind war das etablierte französische Kino, das sie als steriles cinéma de qualité ("Qualitätskino") oder cinéma de papa ("Papas Kino" verhöhnten." "Nouvelle Vague – Kino in der ersten Person Singular" von Jörn Hetebrügge - lesenswert! Die Szene ist legendär: Jean-Paul Belmondo, der Gangster mit den Ticks macht die amerikanische Studentin Jean Seberg an, die auf dem Boulevard Champs Élysées die Herald Tribune verkauft. Nouvelle Vague ist Linklaters Liebeserklärung an das Kino. "An seine Mythen, seine Rituale, seine Zufälle. Die Pariser Straßen werden zum Spielplatz der Filmgeschichte, Drehorte entstehen aus Improvisation, Einstellungen werden erfunden, während sie schon gedreht werden. Man spürt in vielen Momenten die Begeisterung für eine Zeit, in der Kino noch etwas war, das man gegen Widerstände machen musste – gegen Studios, gegen Konventionen, gegen die eigene Unsicherheit." Axel Timo Purr- artechock.de Fazit: Reenactment der Dreharbeiten von "Außer Atem" mit Charme, Witz und immer wieder eingeflochtenen filmästhetischen, bekannten Bonmots: Godard: „Das ist kein Blut, das ist Rot.“ "Die Autos waren cool, und die Zigarettenluft in den Cafés war es auch." Interview mit Regisseur Richard Linklater über NOUVELLE VAGUE | |
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Dienstag 8. September |
Glennkill - Ein SchafskrimiVor der langen Dunkelflaute im Keller wollen wir euch noch mal ein entspanntes, vergnügliches Filmerlebnis bereiten ... da kommt der große Kinoerfolg von Glennkill - Ein Schafskrimi gerade zu Pass! Ihr könnt am Dienstag auch mit Kindern oder Enkelkindern kommen, denn im Gegensatz zur Buchvorlage ist der Film familienfreundlich geraten. Kurzum, es geht gemütlich zu in diesem Film. Wie die "Leitschafe" Lily & Mopple (In Deutsch gesprochen von Anke Engelke und Bastian Pastewka), kriminologisch geschult durch die abendlichen Krimilesungen ihres Schäfers George Hardy, dessen plötzlichen Tod aufklären und mit unerhört ungewöhnlichen Methoden dem vertrottelten Dorfpolizisten auf die Sprünge helfen ... ist einfach köstlich anzusehen! Und es mangelt auch nicht an philosophischen Elementen, bei denen die menschlichen Akteure ziemlich schlecht abschneiden und Schafe die besseren und schlaueren Wesen sind. Fazit: Eine liebenswert schrullige und maximal familienfreundliche Krimikomödie mit Herz, Humor und tragischen Elementen Schafen Stimmen leihen: Anke Engelke und Bastian Pastewka über GLENNKILL | |
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Mittwoch 30. September |
Verflucht NormalZum ersten Mal ist mir der Begriff Tourette bei dem postmodernen Krimi "Motherless Brooklyn" begegnet, ein Roman im Stil der Hard Boiled Privat Eye Novel der 40er Jahre. Da versucht eine Chandler Figur Fälle aufzuklären, während sie wegen der Krankheit ständig in Konflikt mit den Mitmenschen kommt. Seitdem hat Tourette wenig Aufmerksamkeit erhalten ... es wurde sozusagen unter dem Radar geflucht. Doch das hat sich - zumindest in England - geändert: Neben einer viel beachteten Fernseh-Doku hat Kirk Jones mit Verflucht Normal einen eingängigen und humorvollen Film über die Geschichte von John Davidson geschaffen.Dieser hat es von einer düsteren Situation ohne höhere Ausbildung und ohne Job geschafft, bei Dottie und dem Gemeindezentrum-Hausmeister Tommy Akzeptanz zu finden. Später hat er dann als Helfer für Leidensgenossen und Aufklärer über das Tourette Syndrom Anerkennung gefunden. Seinen Namen hat das Tourette Syndrom schon 1885 von einem französischen Neurologen bekommen. Es ist unheilbar und sehr hart für die Betroffenen. Wir werden amüsiert sein, wenn John von Königin Elizabeth II. mit dem Orden des British Empire ausgezeichnet ein „Fuck the Queen!“ nicht unterdrücken kann. Im Alltag führt das allerdings oft zu peinlichen Situationen oder sogar zu einer handfesten Schlägerei ... wie wir im Film erleben können. Fazit: Ein höchst unterhaltsames Biopic, das auch unter die Haut geht. |
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