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Filme September / Oktober 2026

Sobald die Termine feststehen, könnt ihr sie hier finden.

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Mittwoch 2. September
18:00 & 20:00 DF
Nouvelle Vague

von Richard Linklater
FR, USA 2026 105 min
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Nouvelle Vague

Wir gestehen: Richard Linklater gehört neben Noah Baumbach (Francis Ha) zu unseren Lieblings-Filmemachern des amerikanischen Independent Kinos. Dieses Jahr hat er sich seinen Traum erfüllt und mit Nouvelle Vague die Entstehung des ikonischen Klassikers "Außer Atem" im Film nachgestellt; On Location in Paris auf französisch (Keine Angst, wir spielen die deutsche Synchronfassung). Die Nouvelle Vague wurde in den 60er Jahren von jungen Kritikern der Cahiers du Cinéma (u.a. Truffaut, Godard und Chabrol) als Gegenstück zum etablierten französischen Kino mit minimalen Mitteln entwickelt. "In ihren Texten verbreiteten die jungen Kritiker der Cahiers ihre Ideen mit außergewöhnlicher Vehemenz. Erklärter Feind war das etablierte französische Kino, das sie als steriles cinéma de qualité ("Qualitätskino") oder cinéma de papa ("Papas Kino" verhöhnten." "Nouvelle Vague – Kino in der ersten Person Singular" von Jörn Hetebrügge - lesenswert!

Die Szene ist legendär: Jean-Paul Belmondo, der Gangster mit den Ticks macht die amerikanische Studentin Jean Seberg an, die auf dem Boulevard Champs Élysées die Herald Tribune verkauft.
Nouvelle Vague ist Linklaters Liebeserklärung an das Kino. "An seine Mythen, seine Rituale, seine Zufälle. Die Pariser Straßen werden zum Spiel­platz der Film­ge­schichte, Drehorte entstehen aus Impro­vi­sa­tion, Einstel­lungen werden erfunden, während sie schon gedreht werden. Man spürt in vielen Momenten die Begeis­te­rung für eine Zeit, in der Kino noch etwas war, das man gegen Wider­s­tände machen musste – gegen Studios, gegen Konven­tionen, gegen die eigene Unsi­cher­heit." Axel Timo Purr- artechock.de

Fazit: Reenactment der Dreharbeiten von "Außer Atem" mit Charme, Witz und immer wieder eingeflochtenen filmästhetischen, bekannten Bonmots: Godard: „Das ist kein Blut, das ist Rot.“

"Die Autos waren cool, und die Zigarettenluft in den Cafés war es auch." Interview mit Regisseur Richard Linklater über NOUVELLE VAGUE
Ein Akt der Liebe - von Richard Linklater

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Dienstag 8. September
15:45 & 18:00 DF
Mittwoch 9. September
18:00 & 20:10 DF
Glennkill - Ein Schafskrimi

von Kyle Balda
GB, USA 2026 110 min
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Glennkill - Ein Schafskrimi

Vor der langen Dunkelflaute im Keller wollen wir euch noch mal ein entspanntes, vergnügliches Filmerlebnis bereiten ... da kommt der große Kinoerfolg von Glennkill - Ein Schafskrimi gerade zu Pass! Ihr könnt am Dienstag auch mit Kindern oder Enkelkindern kommen, denn im Gegensatz zur Buchvorlage ist der Film familienfreundlich geraten.
Der 1975 in Dachau geborenen Autorin mit dem Pseudonym Leonie Swann gelang mit "Glennkill" 2005 auf Anhieb ein Weltbestseller, der in 30 Sprachen übersetzt wurde und allein in Deutschland 1,5 Millionen mal verkauft wurde. Aus diesem eher blutigen und düsteren Krimi hat Drehbuchautor Craig Mazin eine ganz eigene Story geschnitzt, die sich an Agatha Christie und "Shaun das Schaf" orientiert, wenngleich nicht so anarchisch wie letzterer.

Kurzum, es geht gemütlich zu in diesem Film. Wie die "Leitschafe" Lily & Mopple (In Deutsch gesprochen von Anke Engelke und Bastian Pastewka), kriminologisch geschult durch die abendlichen Krimilesungen ihres Schäfers George Hardy, dessen plötzlichen Tod aufklären und mit unerhört ungewöhnlichen Methoden dem vertrottelten Dorfpolizisten auf die Sprünge helfen ... ist einfach köstlich anzusehen! Und es mangelt auch nicht an philosophischen Elementen, bei denen die menschlichen Akteure ziemlich schlecht abschneiden und Schafe die besseren und schlaueren Wesen sind.

Fazit: Eine liebenswert schrullige und maximal familienfreundliche Krimikomödie mit Herz, Humor und tragischen Elementen

Schafen Stimmen leihen: Anke Engelke und Bastian Pastewka über GLENNKILL

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Mittwoch 30. September
18:00 & 20:15 DF
Verflucht Normal

von Kirk Jones
GB 2025 120 min
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Verflucht Normal

Zum ersten Mal ist mir der Begriff Tourette bei dem postmodernen Krimi "Motherless Brooklyn" begegnet, ein Roman im Stil der Hard Boiled Privat Eye Novel der 40er Jahre. Da versucht eine Chandler Figur Fälle aufzuklären, während sie wegen der Krankheit ständig in Konflikt mit den Mitmenschen kommt. Seitdem hat Tourette wenig Aufmerksamkeit erhalten ... es wurde sozusagen unter dem Radar geflucht. Doch das hat sich - zumindest in England - geändert: Neben einer viel beachteten Fernseh-Doku hat Kirk Jones mit Verflucht Normal einen eingängigen und humorvollen Film über die Geschichte von John Davidson geschaffen.Dieser hat es von einer düsteren Situation ohne höhere Ausbildung und ohne Job geschafft, bei Dottie und dem Gemeindezentrum-Hausmeister Tommy Akzeptanz zu finden. Später hat er dann als Helfer für Leidensgenossen und Aufklärer über das Tourette Syndrom Anerkennung gefunden.

Seinen Namen hat das Tourette Syndrom schon 1885 von einem französischen Neurologen bekommen. Es ist unheilbar und sehr hart für die Betroffenen. Wir werden amüsiert sein, wenn John von Königin Elizabeth II. mit dem Orden des British Empire ausgezeichnet ein „Fuck the Queen!“ nicht unterdrücken kann. Im Alltag führt das allerdings oft zu peinlichen Situationen oder sogar zu einer handfesten Schlägerei ... wie wir im Film erleben können.
Geben wir dem Regisseur das letzte Wort: "Bei meinen Gesprächen mit John und bei meinen Treffen mit Dottie und Chris, die ihn seit seiner Teenagerzeit als Ersatzeltern großzogen, wurde mir klar, dass ich von jemandem erzählen wollte, der durch seine Krankheit manchmal die verstörendsten, gehässigsten und kontroversesten Ausdrücke herausschreit, aber selbst einer der freundlichsten, respektvollsten und sanftmütigsten Männer war, die ich je getroffen hatte."

Fazit: Ein höchst unterhaltsames Biopic, das auch unter die Haut geht.

Director's note und Fakten über das Tourette-Syndrom


 

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