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Filme , die für das nächste Programm geplant sind


Wunderschön
von Karoline Herfurth
Deutschland 2020, 126 min

 

"Noch nie stand das Aussehen so im Mittelpunkt wie in unserer körperfixierten Gegenwart mit ihrer permanenten Aufforderung zur Selbstoptimierung. Auch die Body-Positivity-Bewegung mit ihrem Postulat, dass jeder Körper schön sei, bietet keinen Ausweg, zumal die Werbung sie längst vereinnahmt hat: Der Spot, in dem Julie auftritt, kokettiert mit weiblichen Emanzipationsbestrebungen, nur um sie mit jungen, dünnen Models umso fieser zu unterlaufen: Frauen sollen nicht nur gut aussehen, sondern sich die Mühe, die das kostet, möglichst nicht ansehen lassen.
Für die Schauspielerin Karoline Herfurth ist "Wunderschön" ihre dritte Regiearbeit, nach der romantischen Komödie "SMS für dich" (2016) und dem Frauen-Buddy-Movie "Sweethearts" (2019). Sie hat selbst in diversen Komödien mitgespielt, von "Mädchen, Mädchen" bis "Fack ju Göthe", und aus ihrem großen Thema einen leichten Film gemacht: mit spitzen Dialogen, einem guten Gefühl für Pointen und Timing. Und mit tollen Darstellerinnen, die die Klischees, die sie verkörpern, mit Leben füllen. Die Regisseurin spielt auch selbst mit, sie hat, wie sie erzählt, eigens zehn Kilo zugenommen, um die junge Mutter Sonja zu verkörpern."

Martina Knoben - Süddeutsche Zeitung


Come On, Come On
von Mike Mills
USA 2020, 109 min

 

"Dieser Film ist so leise und zart, dass man wohl brüllen müsste, wie großartig er ist, damit er nicht untergeht im Getöse der Zeit. Es geht um nichts Weltbewegendes - ein Mann passt auf seinen Neffen auf, und das erweist sich als wesentlich komplizierter und anstrengender, als er es sich vorgestellt hat. Aber Mike Mills zeichnet in "Come on, Come on" einen Balanceakt nach zwischen der Fürsorge für andere und der für sich selbst, und vielleicht ist das eben doch weltbewegend.
Für Joaquin Phoenix ist "Come on, Come on" die erste Filmrolle, seit er für den "Joker" einen Oscar als bester Hauptdarsteller bekommen hat. Er sucht die Herausforderung im Gegenentwurf, in einer Figur, die ganz ruhig und bei sich ist, ein richtig lieber Kerl, der seinen Mitmenschen mit Offenheit und Wohlwollen begegnet. Johnny lebt in New York und arbeitet beim Radio, er macht lange Sendungen, beispielsweise darüber, wie Kinder sich ihre Zukunft vorstellen, und dafür reist er quer durch die USA. Er selbst hat keine Kinder, auf die arglose Art, auf die nur Männer kinderlos sind, weil sie noch nie eine biologische Uhr haben ticken hören."

Susan Vahabzadeh - Süddeutsche Zeitung

 

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