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Wanda mein Wunder
Schweiz 2020, 110 min
• Mitwirkende
Wanda: Agnieszka Grochowska
Else: Marthe Keller
Josef: André Jung
Sophie: Birgit Minichmayr
Gregor: jacob Matschenz
• Crew
Regie: Bettina Oberli
Buch: Cooky Ziesche & Bettina Oberli
Kamera: Judith Kaufmann
Schnitt: Kaya Inan

 

Wanda mein Wunder

Pressestimmen

Auch Wanda scheint die Familie zu mögen, vor allem Josef, den sie pflegt - vielleicht, weil beide nicht so richtig dazugehören. Eine Chance, diese Beziehung zu romantisieren, lässt Regisseurin Bettina Oberli, die mit Cooky Ziesche zusammen auch das Drehbuch geschrieben hat, dem Zuschauer aber nicht. Josef steckt Wanda Geld zu, dafür hat sie Sex mit ihm. Es ist ein Schock, aber nur ein kleiner: Wanda wirkt nicht wie ein Opfer, sondern tritt als selbstbewusste, souveräne Geschäftsfrau auf, die ihre Pflegearbeit gern macht und die Gelegenheitsprostituion in Kauf nimmt, weil sie als alleinerziehende Mutter das Geld braucht. Ihr Selbstbewusstsein tut gut, wir sind hier nicht in einem Ken-Loach-Film: Statt vom Leben gegerbte Gesichter und Geschichten sehen wir der von Agnieszka Grochowska zauberhaft verkörperten Wanda zu, wie sie zunächst der Schweizer Familie das Leben versüßt - und es dann auf den Kopf stellt.

Martina Knoben - Süddeutsche Zeitung

Oberli unterhält uns im ursprünglichen Sinn des Wortes: Sie spendet der Seele und dem Geist der Zuschauer*innen wertvolle Nahrung und lässt gleichzeitig ahnen, was im Plot und im Leben Sinn macht. So im letzten Satz des Films, wenn Elsa Wanda nachrennt und ruft: «Es ist genug Platz in unserem Haus». In diesem Satz ist der offene Ausgang angedeutet, wenn auch die finanziellen, juristischen, politischen Implikationen, die im Untergrund der Geschichte schwelen, bloss angetippt, nicht ausgewalzt sind. Das scheint mir ein wesentliches Verdienst von «Wanda, mein Wunder» zu sein: Der Film gibt nicht vor, Lösungen der Familienkonflikte und Weltprobleme zu kennen; er weist uns in die richtige Richtung zum Weiterdenken und Sinnieren.

Aus dem Interview mit Bettina Oberli
Weshalb erzählen Sie die Geschichte auch aus der Perspektive der Familie Wegmeister-Gloor?
«Wanda, mein Wunder» ist ein Ensemblefilm, es geht um Eltern und Kinder und was man sich in der Familie alles antun kann. Nicht nur Wanda will mit Respekt und Würde behandelt werden, auch jedes Familienmitglied sehnt sich danach. Wanda ist die zentrale Figur, sie löst als Katalysator die Entwicklungen und Veränderungen der anderen Charaktere aus, und diese sind genauso interessant: Eine vermögende Familie holt sich eine billige Pflegekraft für das Familienoberhaupt, doch jede*r in der Familie beansprucht ihre Hilfe auch zum eigenen Nutzen. Diese Geschichte mit allen Konsequenzen zu erzählen, ermöglicht verschiedene Perspektiven und überraschende Wendungen. Denn am Ende hat Wanda der Familie ja tatsächlich geholfen, vielleicht weitergehend, als sie sich das vorgestellt hatte. Und auch ihr Verhältnis zur eigenen Familie in Polen hat von den Ereignissen profitiert.

der-andere-film.ch

Trailer

Fotos






























 

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