Rote Sterne überm Feld
Deutschland 2025, 133 min • Darsteller
Tine: Hannah Ehrlichmann
Evi / Mutter: Jule Böwe
Uwe: Hermann Beyer
Willi Stande: Andreas Döhlerbr />
Rike: Jenny Schily • Crew
Regie: Laura Laabs
Drehbuch: Laura Laabs
Kamera: Carlos Vasquez
Schnitt: Emma Gräf
Rote Sterne überm Feld
Pressestimmen
Welche blinden Flecken es in der eigenen Wahrnehmung trotzdem immer gibt und wie gegenwärtige Interessen die Interpretation der Vergangenheit beeinflussen, ist ein zentraler Aspekt von „Rote Sterne überm Feld“. In ihrem bemerkenswerten, beim Filmfestival Max Ophüls Preis mit dem Preis der Filmkritik ausgezeichneten Regiedebüt bringt Laura Laabs mit großer erzählerischer und inszenatorischer Experimentierfreude verschiedene Zeitebenen zu einem manchmal ausufernden und überladenen, aber auf immer spannende Weise ambitionierten Film zusammen.
Michael Meyns - filmstarts.de
Am Anfang von Laura Laabs' Film "Rote Stern überm Feld" wehen rote Fahnen auf dem Reichstag. Im Deutschland aus Laabs erzählter Welt wird das als terroristischer Anschlag gewertet, weshalb Protagonistin Tine (Hannah Ehrlichmann), die die Aktion mit ihrer linksaktivistischen Gruppe durchgeführt hat, in ihrem Heimatdorf Bad Kleinen auf dem Hof ihres Papas untertauchen muss.
Bad Kleinen gibt es wirklich, es liegt in Mecklenburg-Vorpommern und ist der Heimatort der Regisseurin. In diesem kleinen Ort lässt Laabs nun ein ganzes Feuerwerk an Ideen, Figuren, Erzählsträngen, versteckten Hinweisen, Anspielungen und Plottwists los: Da ist erstmal der Fund einer Moorleiche, die von einer Forschergruppe ausgegraben wird, und deren Identität Tine in der Folge auf die Spur zu kommen versucht - ist es vielleicht der damals verschwundene Willy, Leiter der LPG, zu der der Hof von Tines Vater einst gehörte? Dann gibt es noch die im Schrank versteckten und von einem schwarzen Kater bewachten Feldbriefe von den in Russland gefallenen Söhnen einer Familie, die einst dort wohnte. Man merkt es schon, es sind die Geister der deutschen Geschichte, die diesen Film heimsuchen. Alice Fischer - perlentaucher.de
Einer der schönsten Filme des deutschen Kinojahres
Der spektakuläre Auftakt, der früh bezaubert, lässt sofort an Alexander Kluges und Jean Luc Godards Montagefilme denken und signalisiert, dass man es hier nicht mit gewöhnlichem deutschem Kino zu tun hat. [...]
Es schwebt wieder ein Engel über Berlin, ganz zu Beginn dieses Films. Es muss der Engel der Geschichte sein, denn er spricht, abwechselnd mit den Stimmen einer Frau und eines kleinen Mädchens, die berühmten Zeilen aus Walter Benjamins Thesen „Über den Begriff der Geschichte“: Dazu sehen wir ein paar zentrale Begriffe in Neonschrift zu einem langsamen Flug über das Berlin von heute.
Der spektakuläre Auftakt, der früh bezaubert, lässt sofort an Alexander Kluges und Jean Luc Godards Montagefilme denken und signalisiert, dass man es hier nicht mit gewöhnlichem deutschem Kino zu tun hat. Rüdiger Suchsland - swr.de