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Beale Street
If Beale Street Could Talk
USA 2018, 119 min
• Mitwirkende
Tish Rivers: KiKi Layne
Alonzo 'Fonny' Hunt: Stephan James
Sharon Rivers: Regina King
Ernestine Rivers: Teyonah Parris
• Crew
Regie: Barry Jenkins
Buch: Barry Jenkins - nach dem Roman von James Baldwin
Musik: Nicholas Britell
Kamera: James Laxton
Schnitt: Joi McMillon & Nat Sanders

 

Beale Street

Pressestimmen

Dann hören wir in einem Hintergrundkommentar, den Jenkins während des gesamten Films verwendet, wie Tish sagt: "Ich wünsche echt niemandem, dass er denjenigen, den er liebt, durch eine Scheibe angucken muss." Die neunzehnjährige Tish erzählt den Film, der Anfang der Siebzigerjahre in Harlem spielt. Sie hat gerade erfahren, dass sie ein Baby bekommen wird. Aber die glückliche Nachricht erhält der Vater des Kindes durch mehrere Zentimeter dickes Glas. Fonny sitzt im Gefängnis, weil ihm ein weißer Polizist (Ed Skrein) aus schlichter Bosheit eine Vergewaltigung an einer puerto-ricanischen Frau (Emily Rios) angehängt hat. Tish ist schwarz, genauso wie Fonny. Wäre er weiß, gäbe es gar keinen Fall. Die Anklage hat es geschafft, alle Zeugen, die für Fonny aussagen sollten, einzuschüchtern. Tishs Mutter Sharon (die großartige Regina King, die für ihre Nebenrolle einen Oscar erhielt) fliegt irgendwann sogar nach Puerto Rico, um das angebliche Opfer Fonnys aufzuspüren. Ernestine (Teyonah Parris) ist ein Leuchtfeuer schwesterlicher Fürsorge und Tishs Vater Joseph (Colman Domingo) kämpft bis über die Grenzen der Legalität hinaus, Geld für Fonnys Anwalt (Finn Wittrock) zusammenzukratzen.
Marietta Steinhart - Die ZEIT

Nach seinem Oscartriumph "Moonlight" gelingt Barry Jenkins das nächste poetische Meisterwerk: In "Beale Street" zersetzt Rassismus das Glück eines jungen, schwarzen Paares.
Als Bildhauer Fonny mit seiner neuesten Skulptur fertig ist, tritt er zur Betrachtung seines Werks einen Schritt zurück und bläst langsam Zigarettenrauch aus. Während der Rauch im Uhrzeigersinn feine Schwaden zieht, beginnt die Kamera, sich in die entgegengesetzte Richtung zu bewegen. Der Eindruck von Räumlichkeit ist verblüffend: Im Bild entsteht eine zweite Skulptur, ein Gefüge aus Raum, Zeit und Licht, das Fonny und sein Kunstwerk umhüllt, und dessen Konturen nun vom Rauch und von der Kamera beschrieben werden.
Immer wieder setzt sich James Laxtons Kamera im Verlauf von "Beale Street" in Bewegung und gleitet um ihre Protagonisten, das Liebespaar Fonny (Stephan James) und Tish (KiKi Layne), herum. Sie tut das nicht so dynamisch wie in der unvergesslichen Anfangssequenz von "Moonlight", dem Film, für den Laxton für den Oscar nominiert wurde, sondern zarter, behutsamer. Als wollte sie einen Schutzschild um das junge, schöne, schwarze Paar ziehen.
Hannah Pilarczyk - SPIEGEL-Online

Barry Jenkins besitzt, das ist schon in »Moonlight« zu sehen, ein souveränes Gespür für Atmosphäre, für das, was an Emotionen zwischen Menschen und in Räumen zirkuliert. Kaum ein anderer Regisseur der Gegenwart kann das Timbre eines Moments so stimmig einfangen; nur wenige können eine solch einnehmende Nähe zu ihren Charakteren herstellen. In »Beale Street« erweckt er, inspiriert von der Straßenfotografie von Gordon Parks und Jack Garofalo, eine Epoche zu pulsierendem Leben, in der er noch nicht geboren war. Es gelingt ihm, einem Melodram romantische Integrität zu verleihen, das der harschen Realität trotzt, ohne die Augen vor ihr zu verschließen. Ohne die Perspektive von Tish wäre das nicht gelungen; sie filtert den Zorn, den ihr Autor empfand.
Gerhard Midding - epd-FILM

Trailer

Fotos






























 

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