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Filme auf unserer Kellerliste

Corsage
von Marie Kreuzer
AT, LUX, DE, FR 2022, 113 min

 

Corsage

Eine radikale Neuerzählung des Lebens der Kaiserin Elisabeth von Österreich (1837–1898)

Manche unter euch werden Marie Kreutzer noch von ihrem Film "Der Boden unter den Füßen" kennen, den wir Ende 2019 im Keller gezeigt haben. Da ging es um die Überforderung einer Frau, zerissen zwischen Beruf und Betreuung der schizophrenen Schwester. Mit einem wesentlich größeren Budget, konnte sie sich jetzt bei "Corsage" eine Ikone des 19. Jahrhunderts vornehmen: eine Neuerzählung des Lebens der Kaiserin Elisabeth von Österreich. Von dem gefälligen Kitsch der Sissi - Filme ist da nichts mehr zu finden.
Vergleichbar ist "Corsage" eher mit "Spencer": Das Schicksal einer selbstbewußten, intelligenten Frau, die zwischen Etikette und Freiheitsdrang aufgerieben wird.

"Wie unwohl sich die Protagonistin fühlt, die ständig umgeben ist von Beobachtern – seien sie nun Bewunderer oder Kritiker –, äußert sich in ihren alltäglichen Rebellionen. Möchte sie einer Situation entfliehen, täuscht sie mitunter Ohnmacht vor oder verlässt das Bankett mit erhobenem Mittelfinger und dreckigem Grinsen im Gesicht. Wie die historische Vorlage lässt sie sich einen Anker tätowieren und ist wiederholt mit Zigarette zu sehen", schreibt Arabella Wintermayr in der TAZ

Der Filmtitel "Corsage" nimmt viel vorweg von dem Kampf einer Frau, die sich in einem Leben einzurichten versucht, das nicht das ihre zu sein scheint. Die Kaiserin ist eingeschnürt in ein Korsett aus Erwartungen, der Druck lastet so stark, dass er ihr kaum Luft zum Atmen lässt.
Vielleicht ist an Weihnachten mal wieder die "Sissi" - Trilogie von Ernst Marischka zu sehen. Das wäre ein spannender Vergleich.


Der Engländer, der in den Bus stieg und bis ans Ende der Welt fuhr
The Last Bus
von Gillies MacKinnon
Großbritannien 2021, 86 min

 

Der Engländer, der in den Bus stieg und bis ans Ende der Welt fuhr

Ein leises, tragikomisches Roadmovie
Schon für die großartige Darstellung von Timothy Spall lohnt es sich, in den Keller zu kommen! Spall ist einer der großen Schauspieler seiner Generation und der Gesichtsausdruck ist unverkennbar: Er schaut in die Welt, als hätte er gerade erfahren, dass die Regierung das Teetrinken verboten hat.
In "The Last Bus" - so der eingängigere Originaltitel - spielt er einen Greis, der sich auf eine 1.300 Kilometer lange Reise mit dem öffentlichen Nahverkehr macht. Eigentlich ist Spall erst 65, aber uralt sieht er in den Filmen schon immer aus. Er will - wie vor ihrem Tod versprochen - die Asche seiner Frau dort hinbringen, wo sie sich einst kenngelernt hatten und glücklich waren. Von Schottland nach Land's End Cornwall geht die abenteuerlich Reise durch Landschaften und Begegnungen ganz unterschiedlicher Art.
"Der Film ist ganz und gar ein klassisches Road Movie, nur mit dem Unterschied, dass der Weg hier nicht das Ziel ist. Für Tom ist es unerlässlich, dass er sein Ziel erreicht. Es ist die letzte Reise, die er in diesem Leben unternehmen will, eine, die er schon vor langen Jahren antreten wollte, für die er nun aber mehr Grund als je zuvor hat. Eine Reise voller Erinnerungen. An glücklichere Tage, aber auch an düstere, an ein volles Leben, das doch nie das sein konnte, was sich das junge Paar im Jahr 1950 versprochen hatte."
Peter Osteried - programmkino.de


 

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